Mainzer Unternehmen IPS Software mit Phoenix-Wirtschaftspreis des Landes ausgezeichnet
Alljährlich vergibt das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium den Phoenix-Wirtschaftspreis. Ausgezeichnet wurden auch drei Unternehmen aus Rheinhessen, die diese Zeitung vorstellt. Den Auftakt macht IPS Software mit Sitz im Mainzer Kisselberg.
Die geschäftsführenden Gesellschafter sind stolz, dass gerade ihr Unternehmen den Preis in der Sparte "Comeback des Jahres" erhielt. "Unsere
Beharrlichkeit in Terrier-Mentalität hat sich eben ausgezahlt", lacht Klaus Steidl und sein Partner und Freund Klaus Schlitt ergänzt: "Wir haben von Anfang an seriös gearbeitet und nie die Bodenhaftung verloren." Beide kümmern sich gemeinsam mit ihren Mitarbeitern um die betriebswirtschaftliche Software anderer Unternehmen. "Entweder kommt ein Kunde mit einem Problem und der passenden Lösung zu uns, damit wir die Lösung umsetzen, oder ein Kunde will seine gesamte Software von uns aufbauen lassen, um so Kosten zu sparen", erklärt der gelernte Kaufmann Steidl, zuständig für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Personal. Diplom-Physiker Schlitt, der seinen Freund erst 1999 an Bord holte, kümmert sich um die gesamte technische Entwicklung, die sich an individuellen Kundenbedürfnissen orientiert: "Wir beraten, planen, konzipieren und führen sämtliche Software-Einstellungen durch. Dass heißt, wir begleiten unseren Kunden über viele Jahre in den unterschiedlichsten Projekten." Doch die IT-Krise hat auch bei den Freunden Wunden hinterlassen. "Wir mussten viel in kurzer Zeit dazulernen und haben viele schlaflose Nächte durchlebt", gibt Klaus Steidl unumwunden zu, der aber auch froh ist, diese Zeit durchlebt zu haben, da sie die beiden noch enger zusammengeschweißt habe. "Die Rentabilität der Firma war bedroht, ein Punkt, wo wir dachten, jetzt wird es eng", erinnert sich Schlitt nur ungern an die harte Zeit zurück. Doch Beharrlichkeit, Qualität und das nötige Know-How habe die Firma, im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern, überleben lassen. "Hinzu kommt unser hoher, persönlicher Einsatz und die vielen Nerven und Energie, die wir in der Firma haben hängen lassen, um die Firma wieder auf Kurs zu bringen. Und jetzt ernten wir die Früchte", freut sich Steidl. Mittlerweile sei die Talsohle längst durchschritten, die Wachstumsraten bewegen sich zwischen 30 und 40 Prozent. Die alten Kunden sind fast komplett erhalten geblieben, neue bereits akquiriert und seit dem 1. Juli 2005 gibt es ein Tochterunternehmen und eine Niederlassung in München. "Die IT-Branche ist auch weiterhin ein gutes Geschäft, in dem Geld zu machen ist", weiß Schlitt aus eigener Erfahrung. Doch auch der Preis werde die beiden bodenständigen Rheinhessen nicht zu unüberlegten Aktionen und unkalkulierbaren Kraftakten verleiten, dafür wisse man nur zu gut, welches Tal der Tränen man habe durchschreiten müssen.
Allgemeine Zeitung Mainz
27-01-2006
Jörg Böhm

