Sprache

Change Language English

Aktuelle Projekte

Presse

IPS nimmt’s mit Konzernen auf

Nach tiefer Krise wächst Mainzer Softwareanbieter rasant / Neue Jobs

MAINZ “Anfangs wurden wir manchmal belächelt“. Mittlerweile nehmen uns die Großen wie Siemens oder IBM sehr ernst. Klaus D. Steidl lacht und erzählt voller Stolz von “lukrativen Aufträgen“, die die Mainzer IPS Software GmbH “ab und an den Konzernen wegschnappt“.

Von

Ralf Heidenreich

Die Auftragsbücher sind gut gefüllt und die Zeichen stehen auf Wachstum ¬ Steidls Unternehmen geht es gut. Und wenn man den geschäftsführenden Gesellschafter so relaxed reden hört, könnte man meinen, es wäre nie anders gewesen. Falsch gedacht. Es ist noch nicht lange her, da steckte der Softwareentwickler und -anbieter in einer tiefen Krise. Der Zusammenbruch des Internet-Booms Anfang des Jahrzehnts traf auch IPS hart. Doch die Mainzer, die sich in ihrem Kerngeschäft um die betriebswirtschaftliche Software anderer Unternehmen kümmern, rappelten sich wieder auf ¬ mit Beharrlichkeit, großem Teamgeist und Entbehrungen. “Während dieser Zeit haben wir keine Leute entlassen, aber auf vieles verzichtet“, berichtet Steidl. Er und Klaus Schlitt, der IPS 1987 als Drei-Mann-Betrieb gründete, haben in der Krise in die eigene Schatulle gegriffen und privates Geld in die Firma gesteckt. IPS wurde für das Comeback 2006 mit dem Wirtschaftspreis Phoenix des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Heute verdient das Unternehmen gutes Geld, stellt neue Leute ein und wächst rasant. 2006 legt der Umsatz von knapp elf auf 14 Millionen Euro zu; läuft alles nach Plan, sind es in drei Jahren doppelt soviel. Beschäftigte das Unternehmen vor sechs Jahren noch weniger als 20 Mitarbeiter, sind es heute 140 (davon 125 in Mainz). Ende 2007 sollen es noch einmal 15 mehr sein.

Lufthansa, Opel, Coface und Avis – die Liste der IPS-Kunden hat klangvolle Namen. Das Rhein-Main-Gebiet ist der klare Schwerpunkt, doch IPS expandiert.
In München gibt es bereits eine Niederlassung, 2007 sollen Köln und die Schweiz folgen. 2008 ist schließlich ein Standort in Norddeutschland geplant. Um das stramme Wachstum zu bändigen und zu kanalisieren, fährt IPS eine zweigleisige Strategie: bündeln und diversifizieren. Beispiel: Im August 2006 rief man die Dachmarke Ipsways für das gesamte Unternehmen ins Leben, im Oktober die Tochter IPS Services, die speziell den Wachstumsmarkt der Standardsoftware SAP erschließen soll.

Dass es bei IPS so gut läuft, liegt nach Ansicht von Steidl nicht nur am großen Know how und Engagement der Mitarbeiter, sondern auch an “weichen, menschlichen Faktoren“. So sind der 46-Jährige und Schlitt (52) nicht nur Geschäftspartner, sondern auch Freunde, die, wie Steidl sagt, “die Liebe zum Rotwein zusammengeführt hat“. Diplom-Physiker Schlitt ist für die Entwicklung und Qualitätssicherung zuständig, der gelernte Kaufmann Steidl für Vertrieb, Marketing und Personal. Zur Geschäftsleitung stieß dieses Jahr Udo Foff. “Wir ergänzen uns herrlich; es ist traumhaft, wenn man sich blind auf den anderen verlassen kann“, meint Steidl. Die beiden Gesellschafter kennen sich schon lange, doch erst Anfang 2000 kam der, wie er sagt, “Bereichsvorstand einer börsennotierten AG“ ins Unternehmen.

Es ist nicht nur der Rotwein, der die beiden Manager zusammengeführt hat, sondern auch die Bodenständigkeit. “Die großen Konzerne sagen: ’Wir können alles. Wir riskieren keine dicke Lippe und machen unseren Kunden klar, dass wir Kernkompetenzen haben’“. Aufrichtigkeit und Seriosität sind Leitlinien des IPS-Managements, was sich auch in den Unternehmenszielen ausdrückt:
“Unser hohes Qualitätsniveau ist unser Kapital. Wir wollen es auch bei starkem Wachstum unter allen Umständen halten“, sagt Steidl.

IPS

(v.l.): Klaus Schlitt, Klaus D. Steidl.

Mainzer Allgemeine Zeitung
30-12-2006

zurück zur Übersicht